Eine Charta für 250 Leben

Noch immer verunfallen in der Schweiz jährlich mehr als 250’000 Menschen bei der Arbeit. Einige dieser Unfälle enden leider tödlich. Deshalb kämpft die Suva seit 2010 mit der „Vision 250 Leben“ und der eng damit verknüpften Sicherheitscharta gegen diese hohe Anzahl von Arbeitsunfällen. Im Interview erklärt Patrick Schmid – Verantwortlicher Abteilung Bau der Firma DLS – was in der „Vision 250 Leben“ und der Sicherheitscharta steckt.

 

Sicherheitscharta

 

DLS-Blog: Mit der Initiative „Vision 250 Leben“ will die Suva die Arbeitssicherheit in der Schweiz weiter verbessern. Das Ziel ist es im Zeitraum von 2010 bis 2020 250 tödliche Arbeitsunfälle und ebenso viele schwere Invaliditätsfälle zu verhindern. Welche Rolle spielt die Sicherheitscharta dabei?

Patrick Schmid: Die Unterzeichner der Sicherheitscharta setzen sich dafür ein, dass an Arbeitsplätzen die Sicherheitsregeln eingehalten werden. Ziel ist, Leben und Gesundheit aller Beteiligten zu bewahren. Arbeiten darf nicht lebensgefährlich sein.

Stopp bei Gefahr / Gefahr beheben / Weiterarbeiten

Wie stellt die Suva sicher, das sich die beteiligenden Unternehmen auch an die Sicherheitscharta halten?

Anhand von Umfragen direkt bei den Firmen und Kontrollen an den Arbeitsplätzen. Wichtig für die Suva ist jedoch primär die Unterstützung der Firmen bei der Einführung der Charta und das ständige in Erinnerung rufen der lebenswichtigen Regeln mit dem Motto: Stopp bei Gefahr / Gefahr beheben / Weiterarbeiten.

 

Besonders das Baugewerbe birgt ein hohes Sicherheitsrisiko. So gehören Instandhaltungen, Kraneinsätze und Gerüstarbeiten zu den tödlichsten Tätigkeitsfeldern. Welche Massnahmen werden dank der Sicherheitscharta in der Praxis umgesetzt, um die Leben von Arbeitern und Arbeiterinnen besser zu schützen?

Mithilfe der Schulung, Einhaltung und Umsetzung der lebenswichtigen Regeln.

 

Die Umsetzung all dieser Sicherheitsmassnahmen kostet die Unternehmen viel Geld. Ist die „Vision 250 Leben“ also ein reiner Appell an die Moral der Unternehmer oder kann sich Sicherheit am Arbeitsplatz auch wirtschaftlich lohnen?

Prävention zahlt sich aus. Jeder Franken, den ein Unternehmen in die betriebliche Präventionsarbeit investiert, zahlt sich in einem ökonomischen Erfolgspotenzial von 2.2 Franken aus. Ebenso wichtig ist natürlich der menschliche Aspekt: Keine Arbeit ist so wichtig, dass man dafür sein Leben riskieren muss.

 

Hat die Sicherheitscharta die Anzahl tödlicher Arbeitsunfälle bereits senken können? Was sind die bisherigen Erfahrungswerte?

Die Abnahme der tödlichen Unfälle ist erfreulich. Die Suva will dafür sorgen, dass sich dieser Trend fortsetzt.

 

Bild: Rawpixel auf Unsplash.com

Über Julian Widiger

Der Autor, Julian Widiger, geboren 1992, ist Masterstudent der Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich. Seit 2014 arbeitet Herr Widiger im Bereich Social Media Management. Aktuell ist er dabei für die Firma DLS in Zofingen und die Stiftung SimplyScience.ch in Zürich tätig. Herr Widiger ist Mitbegründer der Musikplattform Besides Sessions, die seit 2014 unbekannten Schweizer Künstlern über Youtube und weitere Social Media Kanäle einen Online-Auftritt bietet.

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